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Michael Schultheis spielt Orgel
Björn Simon spielt Orgel
die romantischen SCHLIMBACH-ORGEL
in St. Matthias


Am 23. April 1899 wurde mit der Würzburger Orgelbaufirma B. Schlimbach ein Vertrag über den Bau einer Orgel geschlossen. Für einen Preis von 7430 Mark bestellte man eine Orgel, die bis Ostern 1900 aufgestellt werden sollte und mit einer Garantieerklärung für 10 Jahre ausgestattet war. Die Anlieferung der neuen Orgel verzögerte sich jedoch, denn erst in der Zeit vom 4. bis zum 22. Februar 1901 kam sie durch den Betriebsinhaber und dessen Gehilfen zum vereinbarten Preis in der Kirche zur Aufstellung. Die neue Orgel besaß in 19 Registern 1056 Pfeifen, verteilt auf zwei Manuale und das Pedal. Beide Manuale hatten einen Umfang von je 54 Tasten und zwar von C bis f3, während das Pedal 27 Tasten von C bis d1 aufwies. Die Pfeifen einer Orgel sind in mehreren parallelen Pfeifenreihen gleicher Klangfarbe angeordnet. Jede Reihe fängt mit den großen, tief klingenden Pfeifen an und hört mit den kleinen, hoch klingenden Pfeifen auf. Eine solche Pfeifenreihe bezeichnet man als Register. Register werden nach einem ähnlich klingenden Blasinstrument oder nach der Bauart der Pfeifen bezeichnet. Die Zahl hinter der Registerbezeichnung wird in der Maßeinheit Fuß angegeben, wobei sich dieser Wert ( 16' , 8', 4'...) auf die akustische Länge der tiefsten Pfeifen des jeweiligen Registers bezieht. Die verschiedenen Register dienen zur Zusammenstellung der Klangfarbe und damit auch der Lautstärke beim Orgelspiel.

Die Orgel ist vollmechanisch und mit Kegelladen ausgestattet. Kegelladen sind luftdichte Holzkästen, auf denen die Pfeifenreihen stehen und in denen über Ventile die Druckluft zu den einzelnen Pfeifen geleitet wird. Der Tretbalg, der vor der Elektrifizierung zur Lufterzeugung verwandt wurde, ist noch heute einsatzbereit. Mit ihm klingt die Orgel weicher und angenehmer als mit der nachträglich eingebauten elektrisch betriebenen Windzufuhr.

Das Orgelgehäuse ist neugotisch und aus massivem Eichenholz, während die Holzpfeifen aus Fichtenholz hergestellt wurden. Die Metallpfeifen sind aus bestem Zinn, nur die besonders hochwertigen Prospektpfeifen, d.h. die von außen sichtbaren Pfeifen in der Vorderansicht, wurden nach ihrem Ausbau im l. Weltkrieg durch Zinkpfeifen ersetzt. Als nach einem Brand, der im November 1984 im Hauptportal der Kirche gelegt wurde, die Orgel gereinigt werden mußte, nahm man die Gelegenheit wahr, den Mittelteil des Orgelprospekts rechts und links auf beide Seiten der Orgel zu versetzen, um so vom Mittelschiff aus eine bessere Sicht auf die schöne Glasrosette in der Kirchenrückwand zu ermöglichen.

Unsere Orgel wurde in einer Zeit gebaut, in der man sich von den Prinzipien und den Eigenheiten des früheren Orgelbaus weit entfernt hatte und versuchte, mit der Orgel die Stimmen eines Orchesters zu imitieren. Die Fußangaben der Register mit ihren vielen 16'- und 8'-Grundstimmen zeigen an, daß die Orgel nur wenige helle Töne erzeugen kann. Sie weist deshalb einen dumpfen, grundtönigen, eben romantischen Klang auf, der Klangvorstellungen und Kompositionen aus anderen Epochen als der romantischen, insbesondere des Barock, nicht mehr ganz gerecht wird. Aus diesem Grund wurden seit Kriegsende in zahlreichen Kirchen die darin vorhandenen romantischen Orgeln durch neue Instrumente ersetzt oder umgebaut, damit sie den heutigen Klangvorstellungen entsprechen.

In Nieder-Roden geschah dieses nicht, da man entweder kein Geld hatte, oder dem Klang der Orgel einfach keine besondere Aufmerksamkeit schenkte. Somit entspricht die Orgel der Matthiaskirche dem romantischen Klangideal des 19. Jahrhunderts. Seit nunmehr rund 100 Jahren ist sie "praktisch unverändert und so vollständig erhalten". Von den mehr als 1.000 Pfeifen wurden nur ganz wenige ersetzt.

Die Orgel der Matthiaskirche eine seltene Kostbarkeit, eine musikhistorische Rarität.
Die Restaurierung durch die Firma Walcker im Jahr 2000 sollte das originale Klangbild für die kommenden Jahrzehnte bewahren.

In 2014 mußte die Orgel erneut restauriert werden. Dies geschah mit sehr großem Aufwand und Sorgfalt und auch mit Rückführung des Gehäuses in den Originalzustand durch die Firma Rainer Müller. Diese Wartung kostete 24.500 Euro. Sämtliche Pfeifen wurden ausgebaut, von Staub und Rußpartikeln befreit und und neu gestimmt. Den Großteil der Pfeifen sieht man von außen nicht, die sichtbaren sind zierende Prospekt-Pfeifen, von denen viele nicht einmal der Tonerzeugung dienen.

Warme Heizluft setzt der Orgel zu. Zur Wende vom 19. ins 20. Jahrhundert waren Kirchen nur selten beheizt. Dies ist heute ganz anders. Aber was gut für die Gottesdienstbesucher ist, ist schlecht für die Orgel. Die warmen Temperaturen haben der Orgel zugesetzt. Das auf kalte, feuchte Winterluft eingestellte Instrument wurde in den vergangenen Jahren durch Heizluft und Temperaturen von mehr als 16 Grad innerlich stark verschmutzt, ledernen Teile wurden porös.

Eine Klangdokumentation der romantischen SCHLIMBACH-ORGEL
Sauberkeit für 1026 Pfeifen



Michael Schultheis spielt an der SCHLIMBACH-ORGEL

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YouTube Aufnahmen von Michael Schultheis



Björn Simon spielt an der SCHLIMBACH-ORGEL

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