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Leiden(schaftlichkeit) des lieben Gottes
Die theologische Botschaft des Nieder-Röder Hochaltars


(Von Pfarrer Peter Eckstein)

Wer heute die St. Matthiaskirche betritt, dem fällt sofort der rekonstruierte Hochaltar in der Apsis der Kirche ins Auge. Was hier, auch nach Rückmeldung vieler Betrachter, gefangen nimmt, ist die Wärme, die dieser Altar ausstrahlt. Das dunkle Rot, - die Farbe des Blutes und der Feuersglut, - durchsetzt mit Gold, - der Farbe des Göttlichen, - bewirkt die Stimmung einer strahlenden Geborgenheit.

Der Hochaltar ist im Letzten und Tiefsten ein Passionsaltar. Er erzählt von der "Passio Domini", was man soowohl mit "Leiden", als auch "Leidenschaftlichkeit" des Herrn übersetzen kann. Dabei fallen zunächst die vier Altarbilder ins Auge:
Vom Betrachter aus gesehen links außen: Die Verkündigung des Engels an Maria. Bereits in diesem Geschehen gewinnt Gottes Leidenschaft für die Menschen eine neue, bisher nie gekannte Dimension: Gottes Sohn wird Mensch. Auf dem Schriftband darunter, in Latein, der Gruß des Engels an Maria: "Ave gratia plena, Dominus tecum" "Sei gegrüßt, voll Begnadete, der Herr ist mit dir."
Rechts außen: Die Geburt Christi. Gottes Leidenschaft nimmt, jetzt für alle sichtbar, in Jesus Fleisch und Blut an. Wichtig auch: Die Geburt im Stall. Bereits hier beginnt nicht nur die Liebes- sondern auch die Leidensgeschichte Gottes mit den Menschen. Gott lässt sich ein auf die Armut und Niedrigkeit des Menschen. Passend dazu auch das Spruchband: "Et verbum caro factum est" "Und das Wort ist Fleisch geworden".
Die beiden inneren Tafeln zeigen uns die Gestalt, die Jesus einmal "den Größten unter allen Menschen" (vgl. Mt 11,11) genannt hat: Johannes den Täufer. Das linke innere Bild hat die Predigt des Täufers zum Thema, die das Spruchband mit "Paenitentiam agite" "Kehrt um" zusammenfasst. Die Art, wie sich Gottes Liebe in der Welt zeigt, ist zum Teil völlig konträr zu dem, was wir an Wegen oft beschreiten. Wer die alten Wege verlässt und neue, gottgemäße Wege geht, wird unterwegs auf Gott treffen.
Das rechte innere Bild zeigt die Taufe Jesu - und damit den Beginn seines öffentlichen Wirkens. "In te complacui" "An dir habe ich Gefallen gefunden" - diese Stimme aus der Wolke im Spruchband sagt, mit wem wir es hier zu tun haben: Mit Gottes geliebtem Sohn. Diesen Satz, der in besonderer Weise für Jesus gilt, darf aber auch jeder Mensch auf sich beziehen. Denn Gottes Sohn wurde Mensch und hat sich, obgleich ohne Sünde, in die Schlange der Sünder am Jordan eingereiht, sich mit ihnen solidarisiert: "An Dir habe ich Freude", sagt Gott in Jesus von nun an zu jedem Menschen! Ich freue mich, dass es Dich gibt. Ich liebe Dich bedingungslos! Vor aller Leistung, trotz aller Schuld.
Dann wandert unser Blick ins Zentrum; auf das Standkreuz im Expositionsaltar. Im Kreuz zeigt sich das Leiden wie die Leidenschaft Gottes in ihrer dichtesten Form: In Jesus lässt sich die Liebe Gottes von einer verständnislosen Welt kreuzigen. Und selbst hier hört sie nicht auf, zu lieben. Ohne zurückzuschlagen, ohne Rachegelüste - und ohne vom Kreuz herabzusteigen. Gerade am Kreuz begegnet uns die Liebe Gottes am klarsten: Sie ist, zeigt sich als nackte, pure Liebe. Deshalb ist gerade das Kreuz das radikalste Zeichen der Erlösung.
Vom Kreuz führt uns der Blick schließlich nach oben - zum auferstandenen, erhöhten Herrn. Er deutet auf sein verwundetes, goldenes Herz. Sein Blick wendet sich uns zu. Auch im Himmel bleibt der Auferstandene uns zugewandt. Er trägt das Priestergewand. Das erinnert an die Theologie des Hebräerbriefes: Christus ist im Himmel Mittler zwischen Gott und den Menschen. "Erhöht" bedeutet bei ihm nicht "abgehoben". Seine Wunden und seine Verwundbarkeit für uns hat er in den Himmel mitgenommen, wie seine Wundmale, die Stigmata, zeigen.
Flankiert wird der erhöhte Jesus von den beiden Erzengeln Michael und Rafael. Michael stürzt den Satan in den Abgrund, Rafael trägt das heilende Symbol des Fisches, das auch ein urchristliches Christuszeichen ist. Die Liebe Gottes besiegt alles Böse und heilt alle Wunden - das ist die Botschaft dieser beiden Gottesboten. Diese Botschaft scheint zu schön um wahr zu sein.
Wer verbürgt uns, dass das alles kein Mythos, keine erfundene Geschichte ist? Es sind die zwölf Apostel auf dem Stipes, der Basis des Altares. Sie verbinden den Altar mit dem Boden der Wirklichkeit. Sie sind die Augen-- und Ohrenzeugen des Jesusereignisses und stehen, nicht zuletzt mit ihrem Leben, dafür ein, dass wir mit dieser Botschaft "nicht irgendwelchen klug ausgedachten Geschichten" folgen (vgl. 2 Petr 1,16). Im Zenit des Altares schließlich steht mit seinen goldenen Türen der Tabernakel. Hier wird aufbewahrt, was sich in jeder Eucharistiefeier unter den Gestalten von Brot und Wein geheimnisvoll verwirktlicht: Da Allerheiligste, die eucharistischen Gaben, in denen die Liebe Gottes in Jesus erneut Fleisch und Blut angenommen hat. Damit birgt der aus dem Gemeindedezentum zurückgeholte Tabernakel das in sich, was der ganze Altar bildhaft bezeiehnet:
Die Leiden(schaftlichkeit) Gottes für die Menschen.



der geschlossene Hochalter zur Passionszeit




die 12 Apostel